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TCGJournal

Grading im Vergleich · Zubehör

TCG-Zubehör: Karten prüfen und pflegen

Mit wenig Zubehör siehst du eine Karte so, wie es die Prüfer tun, und hältst sie in dem Zustand, in dem sie ist: Lupe, Mikroskop, Zentrierschablone, Licht, ein trockenes Reinigungsset und die richtigen Hüllen. Wir zeigen, wofür jedes Teil gut ist, worauf du beim Kauf achtest und was die Anbieter für die höchste Note verlangen.

Königliche SiegeViridiumVictiniTerrakiumKobalium

Ob eine Karte eine 9 oder eine 10 bekommt, entscheiden Dinge, die man mit bloßem Auge kaum sieht: eine winzige weiße Stelle an einer Ecke, ein feiner Kratzer im Glanz, ein Rand, der links etwas breiter ist als rechts. Die Prüfer bei PSA, CGC und Beckett sehen genau dorthin, und du kannst es auch. Für die höchste Note nennt CGC die Vorgabe „Pristine 10: unter zehnfacher Vergrößerung fehlerfrei, Zentrierung 50:50, mit eigenem Pristine-Etikett“, so steht es in der Notenskala von CGC. Eine einfache Juwelierlupe vergrößert meist genau zehnfach.

Unten stehen das Zubehör im Überblick, der Ablauf in fünf Schritten, die Anforderungen der Anbieter an die höchste Note, die Pflege mit Reinigungsset und Hüllen und was du lieber lässt. Wer danach entscheidet, die Karte einzuschicken, findet Stufen, Preise und Laufzeiten aller sechs Anbieter im Grading-Vergleich.

Die vier Bereiche, die jeder Grader bewertet

Alle großen Anbieter schauen auf dieselben vier Bereiche. Beckett, AOG, GSG und Black Grading Service weisen dazu Unternoten aus, teils immer, teils wahlweise; PSA und CGC fassen alles in einer Gesamtnote zusammen.

  • Zentrierung: wie gleichmäßig der Rand um das Bild verteilt ist, vorn und hinten.
  • Ecken: spitz und unbeschädigt, ohne weiße Stellen, Rundung oder Knick.
  • Kanten: glatt, ohne Weißstellen, Ausfransungen oder Kerben.
  • Oberfläche: ohne Kratzer, Dellen, Abdrücke, Druckfehler oder Flecken, mit vollem Glanz.
Arkani, Karte 15 aus EX Sandsturm
Zuerst die Ecken: Unter der Lupe zeigt sich, ob sie spitz sind oder schon eine weiße Stelle tragen.

Das Zubehör im Überblick

Für die meisten Karten genügen eine Lupe und gutes Licht. Ein Mikroskop lohnt sich, wenn du viele Karten prüfst, Nahaufnahmen brauchst oder ein Druckbild mit einer echten Karte vergleichen willst. Zum Pflegen kommen ein trockenes Reinigungsset und die richtigen Hüllen dazu.

Juwelierlupe

meist zehnfach, mit eingebautem Licht

Wofür: Ecken, Kanten und feine Kratzer auf der Oberfläche. Zehnfach ist genau die Vergrößerung, unter der CGC eine Karte für die Pristine 10 fehlerfrei sehen will.

Worauf du beim Kauf achtest: Glaslinse statt Kunststoff, eingebautes Licht und ein Sichtfeld, das eine ganze Ecke zeigt.

Handy-Mikroskop

Aufsatz mit Klemme für die Kamera des Telefons

Wofür: Nahaufnahmen von Ecken, Kanten und Druckraster, die du speichern, vergleichen und einem Händler oder Käufer schicken kannst.

Worauf du beim Kauf achtest: eine Klemme, die über deine Kamera passt, eigenes Licht und eine ruhige Auflage, damit das Bild scharf bleibt.

USB- oder Digitalmikroskop

Bild am Rechner oder Tablet, mit Ständer

Wofür: Druckraster bei Verdacht auf eine Fälschung, Weißstellen an der Kante und die Ränder für die Zentrierung, ausgemessen am Bildschirm.

Worauf du beim Kauf achtest: ein stabiler Ständer, regelbares Ringlicht und Schärfe über die ganze Kante. Die großen Zahlen auf vielen Packungen meinen die Darstellung am Bildschirm.

Zentrierschablone

durchsichtige Karte mit Raster

Wofür: den Anteil der Ränder links gegen rechts und oben gegen unten ablesen, vorn und hinten.

Worauf du beim Kauf achtest: ein Raster für das Format deiner Karten, klare Linien und ein Material, das nicht verkratzt.

Licht

helle Tageslichtlampe oder starke Taschenlampe

Wofür: Kratzer, Dellen und Abdrücke, die erst sichtbar werden, wenn das Licht flach über die Karte fällt und du sie kippst.

Worauf du beim Kauf achtest: neutralweißes Licht und eine Lampe, die du flach halten oder schwenken kannst.

Reinigungsset

trocken: Blasebalg, Mikrofasertücher, neue Hüllen

Wofür: losen Staub und frische Fingerabdrücke abnehmen, ohne die Karte zu verändern.

Worauf du beim Kauf achtest: ein trockenes Set ohne Flüssigkeit, Politur oder Radierer. Reinigungsmittel, Spray und Wachs werten die Grader als Veränderung der Karte.

Hüllen und Toploader

weiche Hüllen, feste Toploader, halbsteife Einstecktaschen

Wofür: Schutz im Ordner, beim Transport und im Versand an den Grader, der halbsteife Einstecktaschen bevorzugt.

Worauf du beim Kauf achtest: drei Wörter am Etikett: säurefrei, PVC-frei, Polypropylen. Dazu Toploader, in die die Karte samt weicher Hülle passt.

So prüfst du eine Karte in fünf Schritten

  1. Licht flach halten und die Karte kippen. Lege die Karte auf eine dunkle, saubere Unterlage und lass das Licht flach über die Oberfläche fallen. Kratzer, Dellen und Abdrücke leuchten auf, sobald du die Karte langsam neigst. Bei glänzenden Karten zeigen sich so auch feine Linien im Holo.
  2. Die vier Ecken unter der Lupe. Eine Ecke nach der anderen, vorn und hinten. Achte auf weiße Punkte an der Spitze, eine leichte Rundung und kleine Knicke, die nur im schrägen Licht zu sehen sind.
  3. Die Kanten rundum. Fahre mit der Lupe einmal um die ganze Karte. Weiße Stellen fallen auf der Rückseite zuerst auf, weil der Rand dort dunkel ist.
  4. Die Zentrierung messen. Lege die Schablone auf oder miss die Ränder am Bildschirm eines Mikroskops: links gegen rechts, oben gegen unten, dann die Rückseite.
  5. Notieren und fotografieren. Schreib zu jeder Karte auf, was du gefunden hast, und mach eine Nahaufnahme der schwächsten Stelle. So vergleichst du später das Ergebnis des Graders mit deiner Einschätzung.

Zentrierung ausrechnen

Die Zentrierung wird als Verhältnis der beiden Ränder angegeben, der größere zuerst. Ein Beispiel: Der Rand ist links 2,0 Millimeter breit und rechts 2,5 Millimeter. Zusammen sind das 4,5 Millimeter, der größere Rand macht davon 56 Prozent aus, die Zentrierung ist also 56/44. Dasselbe rechnest du für oben und unten und für die Rückseite. Für die Note muss jede Richtung die Vorgabe erfüllen.

Was die Anbieter für die höchste Note verlangen, steht in ihren eigenen Notenskalen:

AnbieterHöchste NoteStand
PSA GEM-MT 10: Zentrierung vorne ungefähr 55/45, hinten 75/25 14. Oktober 2026
CGC Pristine 10: unter zehnfacher Vergrößerung fehlerfrei, Zentrierung 50:50, mit eigenem Pristine-Etikett 14. Oktober 2026
Beckett Pristine 10 mit vier perfekten Unternoten, Beckett zeigt sie auf schwarzem Etikett (Black Label); Zentrierung vorne 50/50, hinten 55/45 oder besser 5. März 2026
AOG Pristine 10 mit Black Label bei 100 Punkten 14. Oktober 2026
GSG Black Label 10,0 Gold Certificated, wenn alle Unternoten 10,0 sind; darunter die goldene 10,0 14. Oktober 2026
Black Grading Service Pristine Label: alle acht Unternoten 10 14. Oktober 2026

Im Beispiel oben läge die Karte mit 56/44 knapp außerhalb der Vorgabe von PSA für die 10 auf der Vorderseite. Genau diese Rechnung lohnt sich, bevor du eine Karte in der Hoffnung auf die höchste Note einschickst.

Was du unter dem Mikroskop außerdem siehst

Bei starker Vergrößerung zeigt sich das Druckraster: Echte Karten zeigen ein gleichmäßiges Muster aus feinen Farbpunkten, viele Fälschungen ein anderes Punktmuster oder verschwommene Schrift. Lege dafür eine sichere echte Karte aus derselben Zeit daneben und vergleiche dieselbe Stelle, etwa die Schrift im Textfeld. Die übrigen Prüfungen mit Licht, Kante und Gewicht beschreibt der Ratgeber Gefälschte Pokémon-Karten erkennen bei Slabhit.

PSA-Slab Schimmerndes Kabutops aus Neo Destiny (2002, deutsch), Note 3, mit Seriennummer auf dem Etikett
Nach dem Grading steht das Ergebnis auf dem Etikett: Note, Karte und Zertifikatsnummer, hier ein PSA-Slab aus dem Slabhit-Bestand.

Karten pflegen: was ein Reinigungsset darf

Ein gutes Reinigungsset für Sammelkarten ist trocken. Der Blasebalg nimmt losen Staub ab, ohne die Karte zu berühren, ein frisches Mikrofasertuch einen frischen Fingerabdruck auf matten Flächen, und eine neue weiche Hülle beseitigt die meisten Fusseln, weil sie auf der alten Hülle sitzen. Sets mit Reinigungsflüssigkeit, Politur oder Radierer gehen weiter: Was sie entfernen, werten PSA und CGC als Veränderung der Karte. Für Karten, die du graden lassen willst, bleibt es deshalb beim trockenen Set. Wie weit eine Aufbereitung bei anderen Karten gehen kann, was sie als Dienstleistung kostet und wie du eine aufbereitete Karte beim Verkauf angibst, steht im Ratgeber Karten reinigen und aufbereiten bei Slabhit.

Hüllen und Aufbewahrung

Die Hülle ist das Zubehör, das eine Karte am längsten begleitet. Achte am Etikett auf drei Wörter: säurefrei, PVC-frei, Polypropylen. Weiche Hüllen schützen vor Kratzern, Toploader vor Knicken, und für den Versand an einen Grader bevorzugen die Anbieter halbsteife Einstecktaschen. Welche Hülle wofür taugt, erklärt Hüllen, Toploader, Acryl: welches Zubehör wirklich schützt, wie Karten sicher lagern und reisen, Karten lagern und versenden, beides bei Slabhit.

Was du lieber lässt

Was du unter der Lupe findest, bleibt am besten, wie es ist. Pressen, Nachschneiden, Nachfärben, Polieren oder Reinigen mit Mitteln verändern die Karte, und die Anbieter vergeben dafür statt einer Note den Vermerk, dass sie verändert wurde. Erlaubt ist, losen Staub und Fingerabdrücke trocken abzunehmen. Wo die Grenze genau verläuft, steht in Karten reinigen vor dem Grading bei Slabhit.

Wenn du unsicher bist: Vorbewertung

Wer seiner eigenen Einschätzung noch nicht traut, kann eine Vorbewertung buchen, bevor er das volle Grading bezahlt. AOG bietet ein Pre-Grading für 8,90 Euro an, Black Grading Service für 14,95 Euro. Einzelheiten stehen auf den Seiten zu AOG und Black Grading Service.

Karten vor der Kamera zeigen

Dieselben Handgriffe helfen beim Kaufen und Verkaufen über Distanz. In Live-Auktionen zeigen Verkäufer eine Karte von vorn und hinten, kippen sie ins Licht und halten Ecken nah an die Kamera; manche nehmen dafür ein Handy- oder USB-Mikroskop. Als Käufer fragst du genau nach diesen Ansichten, bevor du bietest. Wo es solche Shows gibt, steht unten.

Häufige Fragen

Welches TCG-Zubehör brauche ich, um Karten zu prüfen und zu pflegen?

Für den Anfang reichen eine Juwelierlupe mit zehnfacher Vergrößerung, helles Licht, ein trockenes Reinigungsset mit Blasebalg und Mikrofasertuch sowie säurefreie Hüllen aus Polypropylen. Ein Handy- oder USB-Mikroskop und eine Zentrierschablone lohnen sich, wenn du viele Karten prüfst oder einschickst.

Was gehört in ein Reinigungsset für Sammelkarten?

Ein Blasebalg für losen Staub, frische Mikrofasertücher für Fingerabdrücke und neue weiche Hüllen. Flüssigkeiten, Politur und Radierer gehören nicht hinein, denn die Grader werten ihre Spuren als Veränderung der Karte.

Welche Lupe brauche ich, um Sammelkarten zu prüfen?

Eine Juwelierlupe mit zehnfacher Vergrößerung, Glaslinse und eingebautem Licht reicht für Ecken, Kanten und Kratzer. Zehnfach ist auch die Vergrößerung, unter der CGC eine Karte für die Pristine 10 fehlerfrei sehen will.

Lohnt sich ein USB-Mikroskop für Sammelkarten?

Für das Druckraster bei Verdacht auf eine Fälschung, für Nahaufnahmen und zum Ausmessen der Ränder am Bildschirm ja. Für den schnellen Blick auf Ecken und Kanten genügt die Lupe.

Wie messe ich die Zentrierung einer Karte?

Miss den Rand links und rechts, teile den größeren durch die Summe beider und lies das Ergebnis als Prozent. Dasselbe oben gegen unten und auf der Rückseite. PSA verlangt für die 10 vorne ungefähr 55/45 und hinten 75/25.

Worauf achten Grader bei Ecken und Kanten?

Auf weiße Stellen, abgerundete oder gestauchte Ecken, kleine Knicke und ausgefranste Kanten. Auf der Rückseite mit ihrem dunklen Rand fallen weiße Stellen zuerst auf.

Kann ich Kratzer vor dem Grading entfernen?

Nein. Polieren, Wachs, Spray und Reinigungsmittel verändern die Oberfläche, und die Anbieter vergeben dafür statt einer Note den Vermerk, dass die Karte verändert wurde. Erlaubt ist, losen Staub und Fingerabdrücke trocken abzunehmen.

Was kostet eine Vorbewertung?

AOG bietet ein Pre-Grading für 8,90 Euro an, Black Grading Service für 14,95 Euro. Beide geben eine Einschätzung, bevor du das volle Grading bezahlst.

Alle Anbieter im Einzelnen

Jede Seite zeigt Stufen, Laufzeiten, Notenskala und Etikett eines Anbieters, geprüft am 14. Oktober 2026. Den direkten Vergleich aller sechs mit der Rechnung für eine Karte findest du unter Karten graden lassen: Anbieter im Vergleich.

Gegradete Karten kaufen

Wer eine Karte lieber gleich mit Note kauft, findet gegradete Karten in den deutschsprachigen Live-Auktionen bei Slabhit: jedes Los mit eigener Uhr, alle Zuschläge einer Show zusammen in einem Paket. Vor dem Kauf lohnt der Blick auf die Note und das Etikett, die Unterschiede zwischen den Anbietern stehen oben.

Offenlegung: Eigenes Angebot der The Agentics GmbH, zu der auch dieses Magazin gehört.